Jetzt ist er da, der große Moment. Monatelang hat man sich darauf vorbereitet, Geld gespart, davon geträumt und jetzt wird dieser Traum Wirklichkeit. Der Flieger landet endlich und man berührt erstmals australischen Boden.
Nun ist es soweit, das Abenteuer beginnt. Doch wie geht es weiter? Was muss ich alles beachten, was unternehmen, damit nix schief läuft?
Die Einreise & Immigration
Nach der Landung geht es zunächst zur ‚Immigration‘, also der Einreisebehörde Australiens und die Beamten kontrollieren das Visum, was uns ermöglicht für ein Jahr in diesem tollen Land zu leben und zu arbeiten. Ein Einreisekriterium ist der Nachweis, dass man genügend Geld zusammen gespart hat, um auch in Australien leben zu können, wenn man nicht gleich einen Job findet. Derzeit sind das ca. 5000 AUD, also etwa 3000 EUR. Überprüft wurde dies bei mir jedenfalls nicht, aber man sollte sich trotzdem nicht darauf verlassen, dass man keiner Kontrolle unterzogen wird.
Zoll-Warnung: Aufpassen muss man auch, bei dem was man einführt. Strikt verboten sind Lebensmittel wie Ei- und Milchprodukte, Obst, Gemüse, Samen, Nüsse, lebende Tiere, Pflanzenmaterial. Eine genaue Übersicht und mehr Informationen findet ihr im offiziellen Dokument:
Ich hatte keine Probleme bei der Einreise und konnte dann endlich den Flughafen Sydney verlassen. Dort suchte ich eine Möglichkeit zum Hostel zu kommen und fand schließlich einen Shuttlebus der direkt dahin fuhr. Für den Shuttlebus habe ich ungefähr 12 AUD bezahlt.
Ich hatte bereits vor der Abreise ein 4er-Zimmer über www.hostelworld.com im ‚The Strand Hotel‘, Stadtteil Darlinghurst gebucht.
Im Hostel knüpfte ich viele Bekanntschaften, was für den weiteren Weg sehr nützlich war, da man von anderen Reisenden viele hilfreiche Tipps bekommen konnte.

Die australische Steuernummer (TFN)
Das wichtigste war es, zunächst die australische Steuernummer zu beantragen, denn ohne diese konnte man nicht legal im Land arbeiten. Auch dies ging wieder sehr einfach und online. Besucht einfach folgende Seite:
Dort gebt ihr eure Informationen ein und sobald die Bearbeitung abgeschlossen ist, erhaltet ihr die Steuernummer via Post. Als Adresse habe ich damals die Anschrift meines Hostels angegeben. Erhalten hab ich die Nummer ungefähr eine Woche nach Beantragung. Nun konnte ich also legal in Australien arbeiten.
Das Bankkonto eröffnen
Doch um meinen Lohn zu bekommen, musste ich noch ein Bankkonto eröffnen. Ich entschied mich für ein Konto bei der ‚Westpac‘. Ich besuchte eine Filiale direkt in Sydney und ein netter Bankangestellter half bei den Formalitäten. Man kann auch bereits von Deutschland aus ein Konto da eröffnen.
Die Option ‚Westpac Choice‘ ist für die ersten 12 Monate kostenfrei nutzbar. Um das Konto zu aktivieren, muss man einen Betrag einzahlen, bei mir waren es damals 50 AUD. Die Girokarte habe ich ungefähr eine Woche nach Beantragung in der Bankfiliale abgeholt.
Zu dem Westpac Choice Account gehörte noch die Option eSaver, dahin hab ich immer Geld zum Sparen geschoben und bei Bedarf wieder auf das normale Konto gebucht. Mehr Informationen darüber findet ihr hier:
Als all dies erledigt war, konnte ich mich nun auch ins Arbeitsleben stürzen, um meine Reisen zu finanzieren.
Ein ausführlicher Erfahrungsbericht zu meinen verschiedenen Jobs und wie ich diese gefunden habe, findet ihr hier:
Transport & Autokauf
Um zu den Arbeitsstellen zu kommen und auch zum Reisen an sich braucht man natürlich ein Fortbewegungsmittel. Da ich die meiste Zeit in Australien alleine gereist bin, hab ich den Greyhound Bus den Großteil der Zeit benutzt, mehr dazu später.
Gemeinsam mit einer Freundin machte ich aber auch einige Roadtrips mit dem Auto, welches sie sich in Sydney gekauft hatte. Gleich am ersten Tag unserer Ankunft in Sydney klapperten wir ein paar Autohändler ab und wurden schließlich bei ‚Travellers Autobarn‘ fündig. Dort kann man gebrauchte Autos entweder mieten oder kaufen.
Gekauft wurde schließlich ein Toyota Station Wagon, Steuern und Versicherung waren für ein Jahr inklusive und wenn etwas größeres am Auto kaputt gegangen wäre, dann hätte dies der Autohändler übernommen.
Das Auto war ausgestattet mit Gardinen an den Fenstern und einer Matratze, damit man auch im Auto schlafen konnte, wenn man die Sitze umgebaut hat.
Die REGO (Der australische TÜV): Nach dem Autokauf hieß die nächste Formalität: REGO. Dazu mussten wir zu einer Filiale des Roads And Maritime Services. Hier ein Link für Filialen in NSW: RTA Website
Für die Ummeldung des Autos auf Jenny ihren Namen, brauchte sie einen Identitätsnachweis, Wohnortnachweis (Adresse von Hostel reicht aus), Kreditkarte, Kontoauszug der australischen Bank, einen Kaufbeleg vom Autohändler und den „Application for Transfer“-Antrag, diesen findet ihr hier:
Application for Transfer (PDF)Das Auto wurde dann noch in der Werkstatt überprüft und als all dies endlich fertig war, konnte sich Jenny Besitzerin eines Station Wagon nennen.
Da wir nicht die ganze Zeit miteinander gereist sind, habe ich noch andere Verkehrsmittel testen können. Mit dem Zug, dem Bus und auch mit dem Flugzeug, habe ich Australien entdecken können.
Mit dem Auto ging es noch von Sydney nach Orange, NSW, wo ich fast 3 Monate auf einer Apfelfarm gearbeitet habe. Von da aus fuhr ich mit dem Zug zurück nach Sydney und tags darauf Richtung Byron Bay. Informationen hierzu auf: Transport NSW
Die Zugfahrt war sehr angenehm, wenn auch extrem lang, vor allem die Strecke nach Byron Bay, wo ich einmal in Casino umsteigen und von dort in einen lokalen Bus steigen musste.
Unterwegs mit dem Greyhound Bus
In Byron Bay buchte ich mir schließlich für 799 AUD das Queenscoast Coaster Ticket über Greyhound. Dies beinhaltete Hop on – Hop off Bus zwischen Byron Bay und Cairns, was bedeutet ich konnte mir die Strecke selbst zusammen stellen und dort aussteigen wo es mir gefällt. Mit im Paket war eine 2-Tagestour auf Fraser Island, namens Cool Dingo, eine Whitsunday Islands Tour die drei Tage und 2 Nächte ging und außerdem ein Great Barrier Reef Cruise in Cairns. Die Touren waren alle bereits eingebucht, man konnte diese aber online oder telefonisch noch ändern lassen und auch das Buchen der Busstrecke ging über www.greyhound.com.au sehr einfach. Hier meine damalige Buchung:
Mit den angebotenen Touren und auch mit den Busfahrten war ich sehr zufrieden, auch wenn die Busfahrten manchmal sehr lang sein konnten. Auf den Touren habe ich tolle Leute kennen gelernt und atemberaubende Natur gesehen. Für genauere Details lest einfach meine Blogeinträge. Mittlerweile gibt es auch die Plattform KLOOK, auf welcher man Touren, Tickets etc. buchen kann.
Hier könnt ihr euch alles auf KLOOK anschauen
Auch nach diesem Paket bin ich noch ein paar Mal mit dem Bus unterwegs gewesen. Von Cairns aus ging es zu meinem Job auf die Cattle Station nach Normanton via Greyhound und auch für meinen Job in Westaustralien nutzte ich diesen, um nach Meekatharra zu gelangen.
Wie ihr seht kommt man auch ohne eigenes Auto ganz gut zurecht, auch wenn man natürlich etwas abhängiger ist. Sollte ich irgendwann wieder nach Australien kommen, dann werde ich mir auch ein Auto anschaffen, da man einfach unabhängig ist und mehr vom Land sehen kann.
Mein letztes Verkehrsmittel war natürlich das Flugzeug. Über diverse Suchmaschinen, kann man innerhalb Australiens auch günstige Flüge finden, da manche Strecken einfach zu lang wären, um diese mit dem Bus oder mit dem Auto, in einer kurzen Zeitspanne zu meistern. Da ich meinen Rückflug von Melbourne aus eingebucht hatte und mich kurz vor der Abreise noch in Perth, Westaustralien befand, buchte ich online einen Flug. Diesen fand ich schließlich über die Airline Jetstar, einen Monat vor geplanten Abflug: www.jetstar.com
In den Großstädten nutze ich natürlich die öffentlichen Verkehrsmittel, wie Bus und Straßenbahn, aber das gab es nur in Sydney, Brisbane, Perth und Melbourne. In allen anderen Städten, war ich zu Fuß unterwegs, da diese relativ klein waren.
So, Autokauf, Transportmöglichkeiten und die Jobsuche hätten wir abgedeckt. Als nächstes folgt ein Erfahrungsbericht über Unterkünfte, Einkaufsmöglichkeiten und natürlich den Hauptgrund einer Australienreise: Die Attraktionen des Landes.
2011 in Australien – Meine Route, Unterkünfte & Jobs
Start meiner Reise war im Februar 2011, Sydney! Hier buchte ich für 2 Wochen über Hostelworld ein Hostel im Stadtteil Darlinghurst, um in Ruhe alles an Bürokratie zu erledigen und schon mal nach ersten Jobs zu schauen. Von dort aus ging es mit dem Auto nach Orange, NSW. Dort arbeitete ich dann über 2 Monate auf einer Apfelfarm, bevor ich dann per Zug und Bus über Sydney nach Byron Bay fuhr. In Sydney stieg ich für eine Nacht im Bounce Hostel ab, was direkt beim Bahnhof lag. In Byron konnte ich einige Tage bei meiner Freundin übernachten, die dort als Barista jobbte.
Weiter ging es mit dem Bus nach Brisbane, wo ich im Blue Tongue Backpackers abstieg (eine wirkliche Absteige!). Nach einem Ausflug in den Australia Zoo, fuhr ich dann weiter mit dem Greyhound nach Hervey Bay. Ab Brisbane hatte ich ja oben genanntes Paket via Greyhound gebucht. Nach der Fraser Island Tour, fuhr ich weiter nach Airlie Beach, wo ich im Magnums übernachtete und dort machte ich dann auch meine Whitsunday Islands Tour. Nun ging es noch weiter gen Norden, wo meine Greyhound Tour schließlich in Cairns endete. Das Paket was ich damals gebucht hatte, gibt es leider so nicht mehr und schon gar nicht zu diesem Preis. Ich habe mal bei Greyhound geschaut und das hier gefunden: Greyhound East Coast Packages. Ihr könnt aber mal auf KLOOK reinschauen. Dort gibt es auch viele verschiedene Touren, die über mehrere Tage angeboten werden. Ich fand die Ausflüge immer super, denn da hat man so viele verschiedene, interessante Leute kennengelernt!
Nachdem ich noch 2 Wochen in Palm Cove verbrachte (Campingplatz – Anreise mit dem Bus von Cairns aus möglich), fand ich dann einen Job auf einer Catlle Station (Rinderfarm) hoch oben im Outback von Queensland. Wer Interesse hat, kann HIER meinen damaligen Blogeintrag lesen. Nach 2,5 Wochen als Jilaroo, flog ich mit dem Postflugzeug zurück nach Cairns, von wo ich kurz darauf einen Roadtrip mit einer Freundin und ihrem Vater startete. Von Cairns aus ging es mit mehreren Stopps ins rote Zentrum Australiens, bis hin zum Uluru. Weiter fuhren wir hoch ins Northern Territory bis nach Darwin. Von dort aus besuchten wir den Litchfield Nationalpark und fuhren dann weiter in Richtung Westküste bis nach Broome. Nun hieß es auf nach Perth, welches wir nach mehreren Stopps an der Westküste, Anfang August 2011 dann erreichten. Die Tour war wirklich unglaublich schön, vor allem landschaftlich hat mich die Westküste total begeistert! Wir schliefen unterwegs entweder auf Zeltplätzen (manchmal sogar kostenlos) oder in Hostels, verpflegt haben wir uns eigentlich zu 90% selbst, da man in den Hostels oder auch auf den Campingplätzen Kochstellen hatte.
Nun hieß es für mich nochmal arbeiten! Ich fand schnell einen Job in Western Australia. Diesmal als Pub Allrounder in einem Outback Pub in Meektharra. Auch dort kam ich wieder mit dem Greyhound hin. Bis Anfang Oktober arbeitete ich dort und fuhr dann nochmal nach Perth für ein paar Tage. Weiter ging es nach Melbourne per Flugzeug, wo der Abschluss meiner Australienreise stattfand. Ich buchte noch eine Great Ocean Road Tour, shoppte letzte Souvenirs und dann ging es Mitte Oktober 2011, nach 10 Monaten in der Ferne, wieder zurück nach Deutschland.
Fazit: Insgesamt war ich 8 Monate in Australien, davor fast 6 Wochen in Südostasien und das war wirklich das Jahr meines Lebens! Eine so unbeschwerte und freie Zeit, hatte ich seitdem nie wieder. Ich empfehle so ein Jahr wirklich jedem, auch wenn man niemanden zum Reisen hat! Ich bin eigentlich ein eher introvertierter Mensch und habe es trotzdem geschafft, immer wieder total coole Menschen kennen zulernen. Mit einigen von denen bin ich selbst heute noch (2026) befreundet und mit einen von diesen Menschen habe ich nun sogar einen Sohn und reise mit denen um die Welt 😅
Meine Jobs in Australien
- Erntehelfer (2 Monate) auf einer Apfelfarm in der Nähe von Orange (NSW)
Gefunden über einen |_{kontakt}_ auf dem Campingplatz in Orange (David West – Nashdale Orchards), gewohnt habe ich zu dieser Zeit in meinem Zelt. Vor Ort hatten wir alles was man so braucht, Outdoor-Küche, Waschmaschine, Wäscheleinen, Bad mit Dusche etc.) und ich hatte eine richtig coole Zeit dort mit vielen netten Menschen, mit denen ich abends nach getaner Arbeit noch gemütlich abhängen konnte. Der Job war einfach toll als Ausgleich zu meinem vorherigen öden Bürojob. (Anreise per Auto) - Jilaroo (2,5 Wochen) auf einer Cattle Station (Vanrook Station) im Outback von Queensland, nahe Normanton
Gefunden über Happy Travels – Jobvermittlung. Einen Job den ich in Deutschland wohl nie hätte machen können und nie wieder machen würde, aber diese Erfahrung war wirklich einmalig. Geschlafen habe ich wieder in meinem Zelt, was ich nach meiner Zeit dort, an eine andere Jillaroo verkaufen konnte. (Anreise per Greyhound und dann Weiterfahrt per Auto ins Camp) - Allrounder im Pub (2 Monate) Meekatharra in Westaustralien
Gefunden über GUMTREE. Der Job hat mir am Meisten Spaß gemacht. Ich habe gutes Geld verdient, mein eigenes Hotelzimmer über dem Pub, super nette Mitarbeiter und es war einfach eine total schöne Zeit dort! (Anreise per Greyhound).