Südostasien

Von Zügen und Tempeln


13.03.2018, 09:19 Uhr

Moin Moin ihr Lieben!

Ich schicke euch mal wieder ganz viele Grüße aus Thailand. Momentan sitzen wir im Bus Richtung Chiang Rai, nachdem wir eine tolle Woche in Chiang Mai verbracht haben.

Nun aber erstmal zurück nach Myanmar, wo mein letzter Eintrag endete. Nachdem wir morgens dann endlich in Yangon angekommen waren, suchten wir erstmal nach einer günstigen Möglichkeit in die Stadt zu kommen. Taxen sind zwar im Vergleich zu Deutschland sehr günstig, aber für die Verhältnisse dort, sehr teuer (so um die 8000-10000 Kyat). Anhand von MapsMe sah ich, dass es ein Shuttlebus in die Stadt gibt und auch öffentliche Busse fahren. Als erstes steuerten wir das Shuttle an. Eigentlich war der Preis 1000 Kyat, doch der änderte sich stetig nach oben und lag auf einmal 2000 Kyat pro Person. Darauf hatten wir keine Lust und liefen also rüber, wo wir die normalen Buslinien fanden. Dort fragten wir kurz nach und fanden heraus, dass gleich ein Bus in Richtung Sule Pagode abfahren sollte und das für nur 200 Kyat pro Person juhu! Unser Guesthouse lag nicht weit entfernt von der Pagode, also stiegen wir ein und fuhren als einzige Westler mit den Einheimischen etwa eine Stunde in die Stadt (Angestarrt werden inbegriffen).

screenshot_20180313-1741261492494229.png

Dort fanden wir auch schnell unsere Unterkunft, checkten ein, machten uns etwas frisch und dann ging es erstmal los um Frühstück zu finden.

Fanden auch schnell ein Café, allerdings war die Speisekarte etwas unüblich, denn es gab nix, was wir gern zum Frühstück gegessen hätten. Also blieb es bei nem Kaffee und dann wanderten wir weiter zum Bahnhof. Dort wollten wir den Circle Train nehmen. Das ist ein Zug der, innerhalb von ca. 3 Stunden, einmal rund um Yangon im Kreis fährt, deswegen Circle. Die Tickets kosteten nur 200 Kyat, was gerade mal 12 Cent sind, für 3 Stunden Fahrt!

screenshot_20180313-174011759923474.png
Die Haltestellen während der Fahrt

Im Dritte-Klasse-Waggon nahmen wir dann Platz auf einer langen Sitzbank, die es links und rechts im Wagen gab. Dort verbrachten wir dann drei Stunden und beobachteten die Menschen im Zug und die Stadt draussen. Drinnen war es auf jeden Fall interessanter. Diverse Händler liefen andauernd durch den Zug und versuchten ihre Waren zu verkaufen. Von Obst über gekochten Mais bis hin zu gekochten Eiern, war alles dabei. Auch Eis gab es und Wasserflaschen durften auch nicht fehlen. Am besten verkaufte sich allerdings der gekochte Mais. Ein paar Frauen neben uns, kauften gefühlt bei jedem Händler ein. Manche von den Verkäuferinnen trugen ihre Waren übrigens auf dem Kopf, so hatten sie die Hand frei, um einen kleinen Plastikhocker zu tragen, worauf sie sich beim Verkauf dann setzten oder um einfach mal ne Pause zu machen. Die Fahrt war auf jeden Fall total interessant. Auch das Treiben an den diversen Haltestellen zu beobachten, machte total Spaß. Leider sind die Bilder von Außen nicht so toll, da die Scheiben total zerkratzt waren! Nach knapp drei Stunden waren wir dann wieder zurück und dann auch froh, denn langsam wurde es unbequem und total warm. Außerdem hatten wir Hunger, denn im Zug wollten wir nix essen und so machten wir uns auf die Suche.

Fanden dann ein Lokal wo wir ein Sandwich aßen und dann liefen wir zurück zum Hotel, da wir noch das kostenlose Shuttle zum Flughafen buchen wollten. Zwar ging das schon 6.30 Uhr morgens und wir hätten dann seeeehr viel Zeit am Flughafen, aber es war kostenlos 😉

Als das geklärt war, machten wir ne kurze Pause und liefen dann mal wieder zur Shwedagon Pagode. Marco wollte sich da noch ein Souvenir holen (die Pagode in Miniformat). Da er aber kurze Hosen und ein Muskel-Shirt anhatte, blieb ich im Park davor und gab ihm meinen Sarong. Denn Schulterfrei kommen auch Männer nicht rein! Während Marco also nach Souvenirs stöberte, chillte ich im Park und schrieb den Blogeintrag vom letzten Mal für euch zu Ende.

Weiterlesen „Von Zügen und Tempeln“

Südostasien

Myanmar – Das Goldene Land


Wieso wird eigentlich nicht Myanmar das Land des Lächelns genannt? Ich habe noch nie ein Land besucht, in welchem mich die Menschen so oft angelächelt haben, einfach so! Ok, viel Gold gibt’s hier auch, wenn man an die ganzen Pagoden etc. denkt, aber ich finde, der Preis für das Land des Lächelns geht definitiv nach Myanmar!

14 Tage haben wir hier verbracht, die sich total gelohnt haben und gerne komm ich irgendwann noch ein mal in dieses zauberhafte Land.

Wir sind von Bangkok nach Yangon (früher Rangun) geflogen und haben dort die erste Nacht verbracht. Wir haben die berühmte Shwedagon Pagode besichtigt und gestaunt, wie prunkvoll das alles dort ist! Ein paar Straßenmärkte klapperten wir da auch noch ab und dann ging es per JJ Express Bus weiter nach Bagan, wo wir wieder hunderte kleine und große Pagoden besichtigten und tolle Sonnenauf- und Untergänge bestaunten.

Von Bagan ging es für eine Nacht nach Mandalay und von da dann weiter nach Kalaw, einer süßen kleinen Stadt in den Bergen, wo wir erst zwei Nächte verbrachten und von da aus unsere zwei-tägige Trekkingtour zum Inle Lake starteten. Dort verbrachten wir dann auch nochmal drei Tage und schon ging es zurück nach Yangon, wo wir nochmal die Märkte besichtigten und mit dem Circle Train einmal um die Stadt herum tuckerten.

Das Land ist wirklich toll und noch nicht so total überlaufen, wie andere Länder in Südostasien. Von den Preisen her fand ich die Hotels ein wenig teurer, gerade was Preis-Leistung angeht, aber beim Essen kann man, wenn man bei den Einheimischen isst, wieder viel sparen. Ich fand das Essen dort aber irgendwie etwas fad, mir hat immer Salz und Pfeffer gefehlt und scharf war es auch nie, es sei denn ich hab selbst Chili dran gehauen. Wir haben nur ein paar Mal burmesisch gegessen, auf den Märkten fand ich die Straßenstände auch nicht wirklich appetitlich, es hat einfach sowas von gestunken überall und dann noch der ewige Dreck und Staub der überall rum fliegt, da hatte ich gar keine richtige Lust was zu essen von dort, obwohl wir sonst fast nur Streetfood essen. Am letzten Abend in Yangon, haben wir aber doch mal noch ein paar Sachen von den Ständen probiert und die waren auch ok, war aber auch alles vegetarisch, Fleisch und Fisch hätte ich da nicht angerührt haha.

Ansonsten war es tagsüber von den Temperaturen her eigentlich überall heiß, aber im nördlicheren Teil war es nachts RICHTIG kalt! Nehmt euch also warme Sachen mit, wenn ihr zum Beispiel nach Bagan oder Kalaw geht. In Kalaw war es nachts am Kältesten. Wir hatten gerade mal 7 Grad bei unserer Ankunft, brrrrrr!!!! Sobald da die Sonne weg war, mussten die Jacken und lange Hosen raus 😀

Was mir noch aufgefallen ist, dass die Fußwege meistens total schrecklich waren. Die erinnerten eher an einen Hindernisparcour als an Fußwege, man konnte wirklich nicht laufen, ohne lieber auf den Boden zu starren, nicht, dass man noch in ein Loch fällt, was mit Wasser gefüllt ist haha.

Tja, was gibt es noch so zu berichten? Das die Burmesen unglaublich liebe, nette und hilfsbereite Menschen sind, habe ich ja schon im Blogeintrag vorher erzählt. So was habe ich noch nie erlebt, so eine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, auch ohne, dass man sich mit Worten versteht, toll!

Nicht nur in Schottland tragen Männer Röcke! In Myanmar trägt man(n) den longhy! Das ist ein waden buw. knöchellanger Rock, der von Männern vorn zugeknotet wird und von den Frauen seitlich! Ob jung oder alt, getragen wurde es von allen.

20180305_0034461208422545.jpg

Was ich mega lustig fand, dass hier total viele Menschen so komische Schmatzlaute machen, wenn sie auf sich aufmerksam machen wollen, zum Beispiel im Restaurant. Der Laut klingt, wie wenn ich einen niedlichen Hund sehe und mit dem Mund so Kussgeräusche mache. Hahahaha, stellt euchmal vor, ihr würdet in Deutschland so den Kellner an der Bar rufen 😂😂😂 Ich hatte zu Marco in Bagan gesagt, er soll mal versuchen, so den Kellner zu rufen, aber leider hat er sich geweigert hehe.

tenor.gif

Übrigens schmieren sich hier total viele der Einheimischen eine weisse Paste ins Gesicht, namens Thanaka. Die wird aus einer Baumrinde hergestellt und als Sonnenschutz und Make-Up vewendet. Jeder trägt es da, ob Mann oder Frau, Kind oder Greis! Auf manchen Bildern könnt ihr vielleicht auch ein paar Einheimische sehen, die sich so verziert haben.

Ansonsten wird man in Myanmar total oft angestarrt, das war manchmal etwas komisch, aber wahrscheinlich sind da noch nicht so viele westliche Touristen unterwegs. Manchmal kam ich mir auch vor wie ein Riese, so klein sind die Menschen dort und ich bin eigentlich auch nur durchschnittlich groß mit knapp 1,70m. Was mir noch aufgefallen ist, dass dort auf den Straßen und „Fußwegen“ überall Flecken sind, die aussehen als hätte dort gerade eine Messerstecherei statt gefunden. Aber nein! Die Burmesen lieben das Kauen von sogenannten Bethelnüssen. Die wirken wohl aufputschend und sind da total der Renner.

Der Nachteil von diesem Zeug ist, dass die Leute aussehen wie Zombies, sobald der Mund aufgemacht wird. Total abartig, die Zähne meist schon weg gekaut und dann alles rot, so als hätten die gerade jemanden aufgefressen iiiiih!!! Nach dem Kauen wird dann erstmal schöööön lang die Rotze hoch gezogen und dann wird der rote Speichel schön auf den Boden gerotzt, überall hin, ob Mann oder Frau, egal, alle machen es!

20180302_0711021958640990.jpg

Zweiter Nervfaktor, neben der Rotzgeräuschkulisse, war der ständige Dreck und Staub überall. Müll liegt auch überall rum und wird auch einfach achtlos überall hin geschmissen. Schlimm! Verbrennen tun die dann auch alles, von Plastik über Gummi bis zu Laubblättern, ein toller Geruch ist das dann! Wir hatten ein Mal in Bagan unsere Klamotten gewaschen und dann raus auf den Balkon gestellt und am nächsten Morgen wunderten wir uns warum die so abartig nach Rauch gestunken haben. Wir hatten erst die Nachbarn in Verdacht, dass die unsere Sachen mit Zigarettenqualm eingeraucht hätten, aber als wir dann den verbrannten Plastikgeruch wahrnahmen, stellten wir fest, dass das davon kam! Bäh! Naja und wie gesagt, war es fast überall total staubig, in Bagan war es richtig schlimm. Wenn wir zu Fuß unterwegs waren, hab ich mir jedesmal ein feuchtes Tuch um Mund und Nase gehalten, wenn ein Auto vorbei kam, weil die dann den ganzen Staub aufgewirbelt haben und wir haben das direkt ins Gesicht bekommen. Geil! Wenn es dort diese asiatischen Mundmasken gegeben hätte, ich hätte mir eine gekauft!

Das war aber auch das einzig negative was mir dort so aufgefallen ist, ansonsten war es wirklich richtig richtig toll dort zu sein und wir haben auch, für die kurze Zeit dort, viel erlebt! Nun bekommt ihr auch endlich die Kamerafotos zu sehen, da ich tatsächlich mal sehr gutes Internet habe.

Falls ihr Fragen oder ähnlich habt, sagt Bescheid.

Yangon (Rangung) – Die ehemalige Hauptstadt

Shwedagon Pagode

Circle Train Eindrücke und Streetfood

Markttage in Myanmar

Zauberhaftes Bagan

Trekking-Tour Kalaw, Orte der Entschleunigung

Inle Lake – Ein kleines Wasserparadies

Unsere Ausgaben in Myanmar

In den Hotels, bzw. Gästehäusern war bereits immer ein Frühstück inklusive, meist sehr einfach, aber es hat schon mal eine Mahlzeit gespart, die man kaufen muss. Wasser kostet in Myanmar zwischen umgerechnet 18 – 50 Cent, Abendessen gibt es auch schon ab umgerechnet 50 Cent, je nachdem wo man isst. Ich habe unsere Kosten für Essen und Einkäufe mal raus genommen, da wir mal so mal so gegessen haben. Streetfood hatten wir schon für 20 Cent bekommen, das war eine kleine Portion, aber es gab auch schon große Reisportionen mit Gemüse für 90 Cent. Westliches Essen ist natürlich teurer, für ein Pizza Hut Menü (für 2 mit Getränken) zahlten wir mal 13 Euro zusammen. Bier gibt es für etwa 50 Cent. Souvenirs und Einkäufe im Supermarkt für Soft Drinks, Hygieneartikel und ähnliches habe ich jetzt auch nicht mit eingefügt, da es ja jedem selbst überlassen ist, was er da so ausgibt. Ich hab mir meine tägliche Cola oder Sprite sehr gerne gegönnt, Knabberzeug gab es auch gelegentlich und kostet umgerechnet auch meist nicht so viel. Also die folgende Aufstellung sind Kosten für Hotels, Busse, Taxen und Eintrittspreise. Alle Kosten sind bereits für 2 Personen berechnet.

Yangon (Eine Nacht)

Taxi Flughafen – Stadt 10000 Kyat
Hotel (1 Nacht) 18000 Kyat
Shwedagon Pagode Eintritt 20000 Kyat
Taxi zum Busbahnhof 6000 Kyat
JJ Express Bus Yangon – Bagan 32 EUR
Gesamt 64 EUR

Bagan (Zwei Nächte)

Taxi in die Stadt 6000 Kyat
Aussichtsturm (2 Mal besucht) 20 USD
Hotel 50 USD
Fahrräder 4000 Kyat
Busticket Mandalay 18500 Kyat
Gesamt 74,11 Euro

Mandalay (Eine Nacht)

Hotel 23500 Kyat
TukTuk 4600 Kyat
Bus nach Kalaw (Shwe Mandalar Express) 13,28 USD
Taxi 2000 Kyat
Gesamt 29,03 Euro

Kalaw (Zwei Nächte) + Trekkingtour zum Inle Lake

Hotel 60000 Kyat
Trekkingtour A1 (2 Tage, 1 Nacht, inkl. 2 x Mittag, 1 x Frühstück, 1 x Abendessen. Bootsfahrt Inle Lake) 120 USD
Gesamt 133,81 EUR

Inle Lake (Zwei Nächte)

Hotel 32 USD
Bus Full Moon Express nach Yangon 30 USD
Gesamt 50,33 Euro

Yangon (Eine Nacht)

Öffentlicher Bus ins Zentrum 400 Kyat
Hotel (inkl. Gratis Shuttle zum Flughafen) 16 USD
Circle Train 400 Kyat
Gesamt 13,48 Euro

Für Hotels, Transportmittel, Eintrittsgelder und die Wandertour haben wir also für 14 Tage 364,76 EUR zusammen ausgegeben, das macht 182,38 EUR pro Person, also Tagesbudget von 13 EUR knapp bei einer Reise zu zweit. Hinzu kommen natürlich noch Ausgaben für Abendessen, Souvenirs, evtl. Kleidung, Postkarten und ähnliches. Das E-Visum für Myanmar kostet umgerechnet knapp 40 EUR. Eine Postkarte mit Briefmarke nach Europa etwa 80 Cent. Eine günstige Mahlzeit kostet etwa einen Euro und wenn man sich mal ein schönes Abendessen gönnen möchte, zahlt man so um die 4 EUR mit Getränken. Auf dem Markt gibt es zum Beispiel Dragonfruits für 90 Cent pro Stück und Souvenirs, wie die Shwedagon Pagode (als Miniatur) und eine Elefantenfigur haben wir für umgerechnet 6,36 Euro bekommen.

Für ungefähr 12 Euro habe ich noch zwei Chill-Hosen, zwei Paar Sonnenbrillen, drei Paar Socken, eine warme Jogginghose und neue Flip Flops erstanden.

Ansonsten haben wir noch Geld in den Supermärkten für Sonnencremes (5 Euro), Snacks, Wasser, Softdrinks, Bier und Taschentüchern gelassen. Aber das sind ja alles Sonderausgaben, deswegen habe ich die nicht mit eingerechnet, da es eher persönliche Kosten sind. In Bagan haben wir übrigens auch die Tourismusgebühr von etwa 25 USD gespart. Wir sind mit dem Nachtbus angekommen und dort war kein Ticketoffice und gefragt wurden wir auch nicht danach – also knapp 20 Euro gespart 😉 Natürlich hätten wir es auch bezahlt, wenn wir irgendwo nach dem Ticket gefragt worden wären haha.

Weiterhin muss man für den Inle Lake eine Gebühr in Höhe von 10 USD zahlen, wir machten das direkt bei unserer Wandertour.

Ich hoffe der Eintrag hat ein wenig weiter geholfen, bei einer Planung für eine Myanmar-Reise. Wie gesagt, falls noch Fragen sind oder ihr Anmerkungen habt, einfach ein Kommentar hinterlassen!

Manja